LeNa legt los

In dem vorgelagerten Halbrund befindet sich der Gemeinschaftsraum
In dem vorgelagerten Halbrund befindet sich der Gemeinschaftsraum "RungeTreff"; Foto: Andreas Bock
Ausgabe 1 / 2015 Ausgabe als PDF speichern

Mitte Januar wurde das Rungehaus in Barmbek offiziell eingeweiht. Gleichzeitig startete das Projekt LeNa – Lebendige Nachbarschaft.

Ich bin schon richtig angekommen – mir gefällt hier einfach alles“, strahlt Nicola Ruths vier Wochen nach ihrem Einzug. Die 51-jährige ehemalige Krankenschwester ist eine der ersten Mieter im Rungehaus und erlebt die barrierefreie Wohnung als neu gewonnene Freiheit. „Endlich komme ich auch mit dem Rollstuhl überall hin.“ Überall – das ist unter anderem der ebenerdige Weg ins Haus, die Schwellenfreiheit in der Wohnung oder dem RungeTreff im Rungehaus, dem Herzstück von LeNa. Dort feierten rund 150 Bewohner aus dem Quartier Mitte Januar die offizielle Einweihung. Dabei war auch Michael Sachs, Staatsrat der Baubehörde: „Es freut mich sehr, dass das Projekt ‚Lebendige Nachbarschaft‘ jetzt Fahrt aufnimmt. Hier findet eine vorbildliche und sozial nachhaltige Quartiersentwicklung statt.“ Dazu gehöre neben dem Versorgungskonzept LeNa aber auch moderner Wohnraum zu angemessenen Preisen und ein einladendes Wohnumfeld.

Vorbildliche und soziale Quartiersentwicklung

Im „Quartier Rungestieg“ wurden in den letzten drei Jahren rund 270 Wohnungen umfassend modernisiert. Die Anfangsmiete liegt bei lediglich 5,70 Euro netto kalt. Im Neubau, dem Rungehaus, sind es anfangs 5,80 Euro. „Das ist wirklich sehr günstig“, findet Nicola Ruths. Gerne geht sie zum Mittagessen in den RungeTreff, wo täglich zwei der Ehrenamtlichen aus dem Quartier eine frische Mahlzeit zubereiten – ein erster Schritt, der LeNa mit Leben füllt. Und weitere Angebote sind bereits geplant, wie Birgit Schulz, Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, während der Feier erklärte. LeNa hat auch Jens Hansen überzeugt. Der 52-jährige gelernte Gärtner kämpft seit einem Tauchunfall mit zunehmenden Lähmungen. „Fast ein Jahr war ich in meiner alten Wohnung gefangen, weil es keinen Fahrstuhl gab.“ Anfang Januar zog er ins Rungehaus und freut sich vor allem über die vielen neuen Nachbarn. „Das habe ich nicht erwartet, aber die Stimmung hier ist sehr familiär“, freut sich Hansen. Ilse Westermann, Koordinatorin der alsterdorfer assistenz ost, ist von LeNa überzeugt: „Wir haben jetzt schon Kontakt zu vielen Institutionen, Initiativen, Vereinen, Ehrenamtlichen und Bewohnern – LeNa wird ein großer Erfolg!“

Was ist LeNa?

„LeNa – Lebendige Nachbarschaft“ steht für ein neues Wohn- und Lebenskonzept. Ein Mix aus professioneller Unterstützung und organisierter Nachbarschaftshilfe soll den Bewohnern auch bei steigendem Assistenzbedarf ein Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist mit einem Servicebüro im Rungehaus vertreten und gewährleistet mit der Hamburger Gesundheitshilfe eine 24-Stunden-Unterstützung. Ein Mittelpunkt für die Menschen im Quartier ist das Rungehaus, ein Neubau von SAGA GWG mit 73 barrierefreien Zwei-Zimmer-Wohnungen für Senioren und Menschen mit Assistenz-bedarf. Ein Nachbarschaftstreff als privates Angebot von Nachbar zu Nachbar ist Anlaufstelle für alle Bewohner des Quartiers. Das Ziel ist eine lebendige und starke Nachbarschaft. Weitere Informationen finden Sie auf www.saga.hamburg im Bereich Service Center.

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