Osdorf neu entdecken

Das Publikum feuerte die Rollski-Athleten kräftig an (Foto: A. Bock)
Das Publikum feuerte die Rollski-Athleten kräftig an (Foto: A. Bock)
Ausgabe 4 / 2015 Ausgabe als PDF speichern

Überall im Osdorfer Born wird modernisiert, neu gebaut und umgebaut. Das Projekt „Stadtteiltourismus“ lädt dazu ein, den Stadtteil in Hamburgs Westen neu zu entdecken.

Ein perfektes Symbol für den Aufwärtstrend im Quartier haben die Macher des Projekts „Stadtteiltourismus Osdorfer Born“ gefunden. Zum Auftakt Mitte Juli wurden die Hochhäuser am Immenbusch kurzerhand zur Alpenkulisse. Gemeinsam mit Anwohnern, Schülern und Lehrern der Geschwister-Scholl- Stadtteilschule feierten das Born Center, SAGA GWG , sein Tochterunternehmen Pro- Quartier und andere Wohnungsunternehmen unter dem Motto „Osdorf Alpin“. Caroline Bolte von ProQuartier erklärt die Idee dahinter: „Wir wollen die Menschen einladen, den Osdorfer Born mit anderen Augen zu sehen.“ Für einen Tag wurden die Hochhäuser daher zu den „Bergen“, in denen die Schüler der Stadtteilschule sportlich aktiv sein konnten. Statt auf Skiern im Abfahrtsrennen traten sie eben beim „Biathlon“ auf Rollskiern gegeneinander an – inklusive Dosenwerfen statt Schießen. Und statt von einer Steilwand in den Bergen konnten sich wagemutige Schüler von der zehnten Etage abseilen. Auch der Schulchor hatte sich für diesen Tag etwas einfallen lassen. „Eigentlich heißen wir ja ‚The Young ClassX’“, so Siebt-Klässlerin Josi Akuamoah, stilecht mit Tiroler Hut, „aber heute sind wir der Osdorfer Alpenchor.“

OSDORF ALPIN – DAS QUARTIER FEIERT

Mindestens fünf Veranstaltungen im Jahr will die Initiative „Stadtteiltourismus Osdorfer Born“ durchführen, „Osdorf Alpin“ war die erste. „Unser Ziel ist es, die vielen Stärken des Stadtteils bekannter zu machen“, so Caroline Bolte. Dazu haben die Macher auch eine Freizeitkarte mit allen Attraktionen im Stadtteil angefertigt – darunter das Kindermuseum KL!CK und das 2013 eröffnete Bürgerhaus. Dabei sind aber auch weniger bekannte Angebote wie die naturkundlichen Führungen des NABU in der Osdorfer Feldmark und Tipps in der Umgebung. Die Karte liegt überall im Stadtteil aus, unter www.proquartier.de gibt es sie als Download.

FREIZEITKARTE FÜR OSDORFER BORN UND UMGEBUNG

Aufgeführt ist auch die Wohnanlage Achtern Born 80 bis 94 mit ihren 21 Geschossen – und tollem Ausblick ins Umland. „Ist das nicht wunderbar grün hier?“, fragt Regina Stiller und zeigt aus ihrem Küchenfenster, von wo der Blick weit ins benachbarte Schleswig-Holstein reicht. „Seit 33 Jahren wohnen wir jetzt schon hier und fühlen uns immer noch wohl“, sagt die 65-Jährige, „aber es ist gut, dass jetzt alles frisch gemacht wird.“ Modernisiert werden derzeit Badezimmer, Fenster, Balkone und Treppenhäuser. Auch die Brandschutztechnik wird erneuert und die Fassaden werden gedämmt. Rund 11 Mio. Euro investiert SAGA GWG in die umfassende Maßnahme. „Umbaubeginn war 2012, Ende 2016 sind dann alle 334 Wohnungen hier modernisiert“, erklärt Daniel Robionek, SAGA GWG Geschäftsstellenleiter in Osdorf.

Dabei geht SAGA GWG auf Wünsche der Mieter ein – etwa Vollbäder in Duschbäder umzuwandeln. „Wir haben viele Mieter, die schon 30 oder sogar 40 Jahre hier wohnen“, so Daniel Robionek, „darunter sind auch Menschenmit Mobilitätseinschränkungen. Daher bekommen einige Wohnungen barrierefreie Badezimmer. Außerdem werden alle Häuser barrierereduziert umgebaut.“

SCHRITTWEISE MODERNISIERUNG ALLER WOHNUNGEN

„Die Mieten werden nach der Modernisierung zwar angepasst“, so Robionek, „aber sie bleiben günstig und liegen dann immer noch fast 40 Prozent unter dem Mittelwert des Hamburger Mietenspiegels.“ Seit 2007 modernisiert SAGA GWG schrittweise seine rund 3.400 Wohnungen im Osdorfer Born. Rund 330 davon sind bereits fertiggestellt, beispielsweise im Achtern Born 17 bis 35. Für weitere 716 Wohnungen in den Hochhäusern Immenbusch beginnt die Modernisierung Ende 2015.

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