50 Jahre Kirchdorf

Foto: H. Hass
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Ausgabe 5 / 2015 Ausgabe als PDF speichern

In den Jahren 1964 und 1965 wurde die Siedlung rund um den Schwentnerring in Kirchdorf fertiggestellt. Zum 50-jährigen Jubiläum feierten die 110 geladenen Ehrengäste zusammen mit anderen teils langjährigen Mietern und Besuchern ein gediegenes Fest.

"Den Rolling Stones gelang 1965 in Deutschland der große Durchbruch, die Lottozahlen wurden zum ersten Mal gezogen, der HVV wurde gegründet und als Highlight des Jahres besuchte die Queen Hamburg.“ Mit diesen Erinnerungen begrüßte Mario Mack, Leiter der SAGA GWG Geschäftsstelle Wilhelmsburg, die zahlreichen Gäste. Sie waren seiner Einladung anlässlich des 50. Jubiläums der Siedlung Kirchdorf gefolgt und erlebten einen ganz besonderen Nachmittag am Schwentnerring. Viele von ihnen sind vor genau 50 Jahren in die damaligen Neubauwohnungen gezogen – und leben bis heute in ein und derselben Wohnung. Grund genug zum Feiern: mit kulinarischen und musikalischen Leckerbissen.

BÜHNENPROGRAMM IM STIL DER 1960ER-JAHRE

Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab Elvis- Imitator „Shelvis“ alles, um die Erstmieter in ihre Jugendzeit zurückzuversetzen. Die anfänglich hanseatische Zurückhaltung löste sich schnell in eine ausgelassene Polonaise auf, die gleich mehrmals über den Platz zog. Später sorgte die Beatles-Coverband „Die Koschmiders“ für Partystimmung. Auch für die jungen Gäste gab es ein breites Spiel- und Mitmachangebot: Vom Fotoautomaten bis hin zu einer Kutschfahrt war für jedes Alter etwas dabei. Besonders beliebt war der „Bonschestand“ des Freilichtmuseums Kiekeberg. Dort bekamen alle Besucher eine Tüte handgemachter Bonbons gereicht, hergestellt wie anno dazumal. „Ich bin hier geboren und lebe immer noch gerne hier“, sagte Marco Burmeister. Auch er gehörte zum Kreis der Ehrengäste. „Die Siedlung hier hat sich toll entwickelt“, fügte er noch hinzu. Tatsächlich rückte Kirchdorf durch den Bau der S-Bahn-Strecke in den 1970er- Jahren näher an die City heran. Vom Bahnhof Wilhelmsburg sind es nur acht Minuten bis zum Hauptbahnhof. Der kürzlich neu gestaltete Berta-Kröger-Platz bietet mit dem Wochenmarkt und der neuen Ladenpassage gute Einkaufsmöglichkeiten und lädt zum Flanieren ein.

KIRCHDORF WÄCHST WEITER

In den 1990er-Jahren wurde die Siedlung durch Nachverdichtung und den Ausbau von Dachgeschossen erstmals erweitert. 2012 wurden umfangreiche Modernisierungen an den Gebäuden nahe des S-Bahnhofs abgeschlossen. Und seit diesem Jahr gibt es eine neu gebaute Seniorenwohnanlage mit 72 öffentlich geförderten Wohnungen. So können auch ältere Bewohner im Quartier bleiben, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. „Auch in Zukunft wollen wir hier gerne weitere Wohnungen auch für Senioren bauen“, so Mario Mack. Insgesamt gibt es heute mehr als 1.750 Wohnungen in der Siedlung. „Es ist toll, wie sich die Menschen mit ihrem Stadtteil identifizieren“, freute sich Egon Martens. Auch er gehörte zu den VIP-Gästen und wurde zudem für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement im Quartier geehrt.

ENGAGIERTE NACHBARSCHAFT

Als langjähriges Mitglied im Stadtteilbeirat setzt er sich noch immer für die Zukunft seines Kiezes und seiner Nachbarn ein. „Besonders die Gemeinschaftsräume in der neuen Seniorenwohnanlage nutzen wir sehr häufig“, sagte Martens. Oft sprechen ihn Nachbarn auf der Straße an, fast jeder kennt ihn hier. Viel Zeit hatte er nicht: Das „White Dinner“ mit umfangreichem Buffet für die Ehrengäste wartete. (Text: Gunnar Gläser)

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