Schlaraffenland in Hohenfelde

Ausgabe 6 / 2019 Ausgabe als PDF speichern

Versteckt hinter der unscheinbaren Fassade eines Backsteinbaus liegt die Manufaktur der Confiserie Paulsen. Von Buttertrüffeln über Schokolade bis hin zu cremigem Sahne-Nougat entstehen hier die Produkte eines traditionsreichen Hamburger Unternehmens. Mitinhaber Daniel Biebl ist stolz auf deren Qualität und setzt auf die bewährten Klassiker.

Öffnet sich die Tür, steigt einem sofort der herrliche Duft von Schokolade in die Nase. Tafeln unterschiedlichster Geschmacksrichtungen und Marzipanbrote stapeln sich in den Regalen, auf Blechen Berge von Pralinen und Trüffeln. Im Lager türmen sich Kartons mit Lieferungen, Zutaten warten auf ihren Einsatz. Diese verarbeiten die Konditorinnen in der Manufaktur zu kleinen Köstlichkeiten, gießen Schokolade und Pralinen, verpacken die fertige Ware oder verzieren Schokosterne.

Daniel Biebl bindet sich seine Schürze um und setzt mit der Spritztüte Pralinen auf ein großes Blech. „In der Manufaktur zu stehen, das macht mir am meisten Spaß“, verrät der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann. Als Mitinhaber ist er für die Manufaktur und den Vertrieb verantwortlich. Sein Vater kümmert sich um die Ladengeschäfte, unter anderem in der Rindermarkthalle oder im Hanseviertel. Kurt Biebl hat das Unternehmen 1998 gekauft, Wolfgang Paulsen gründete es 1928. „Teilweise ist schon die Großmutter mit ihrem Kind zu uns gekommen und inzwischen kommt das Enkelkind, weil es Paulsen von früher kennt“, erzählt Daniel Biebl.

In den Familienbetrieb ist er vor ungefähr zehn Jahren „reingerutscht“. Die Arbeit mit den Produkten habe ihm schnell Spaß gemacht. Schließlich begann er, sie auf Messen und Märkten anzubieten und an die Fachhändler zu bringen. Auch für Firmen und Events produziert er individuelle Schokoladen und Goodies. „Ich bin hier das Mädchen für alles“, sagt Daniel Biebl lachend. Wenn mal Not am Mann ist oder eine seiner Mitarbeiterinnen ausfällt, gießt er auch Pralinen oder tütet Schokoladen ein. „Dabei darf die tägliche Qualitätskontrolle natürlich nicht fehlen“, scherzt er und steckt sich eine Trüffel in den Mund.

Die Produktionsstätte befindet sich bereits seit einigen Jahrzehnten in den SAGA-Gewerberäumen in der Neubertstraße 3. Auch heute wird noch alles per Hand hergestellt. Wie die Buttertrüffeln, die in größeren Betrieben längst maschinell produziert werden. Ein weiterer Paulsen-Klassiker sind die Pfefferminztaler, zu den Bestsellern gehören außerdem Marzipankartoffeln, Ingwerstäbchen, weiße Schokolade mit Kaffee oder fruchtige Gelees. „Wir stehen für das Altbewährte. Neues können andere besser, wir wollen mit Qualität überzeugen“, erklärt Daniel Biebl. Das Ziel? Die Marke weiter auszubauen, langsam zu wachsen. „Wir müssen nicht die Welt erobern“, sagt er verschmitzt, „aber ich möchte schon, dass irgendwann auch ein Bayer weiß, dass es Paulsen gibt. Oder dass ein Schwabe sich über ein Stück Marzipan von uns freut.“

 

Confiserie Paulsen Manufaktur

www.confiserie-paulsen.de

Neubertstraße 3

22087 Hamburg

 

Text: Jördis Aden | Fotos: Sarah Rubensdörffer

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