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Runter vom Balkon: Dieser Sommer wird wild

Ausgabe 2 / 2021 Ausgabe als PDF speichern

Urlaub am Mittelmeer? Das muss nicht sein. Auch Hamburg hält spannende Sommeraktivitäten bereit. Wir zeigen Ideen, wie die warme Jahreszeit in der Region zum Erlebnis wird.

Für Tobias Münster ist klar: Dieser Sommer wird wild. Wenn man um ihn herumblickt, zeigt sich auch schnell warum. Kinder und Jugendliche fliegen an ihm vorbei, stürzen sich wagemutig in die Halfpipe und erheben ihr Board beim Kickflip in die Lüfte. Tobias Münster ist Leiter des Sportparks bei der TSG Bergedorf und steht auf der Skateanlage in Neuallermöhe.

Wild – daran denken wohl nur wenige Hamburgerinnen und Hamburger, wenn es um die diesjährige Urlaubs- und Ferienplanung geht. Reisen ins Ausland sind nur eingeschränkt möglich, und auch vor Ort in Hamburg läuft das Leben gerade erst wieder an. Und dennoch: Es gibt Orte in der Hansestadt, an denen auch in diesem Sommer neue und aufregende Erlebnisse warten.

Die Skateanlage in Neuallermöhe ist einer dieser Orte. Die TSG Bergedorf bietet – in Kooperation mit dem kostenlosen SAGA-Sportprogramm „move!“ – für die Sommerferien Sporttage auf der Anlage an. „Wir haben einen Übungsleiter vor Ort, von dem die Kinder Tricks lernen können“, erklärt Tobias Münster. Kickflip, Ollie oder Heelflip – Begriffe, die für Skate-Laien wie eine Sprache aus einer anderen Galaxie klingen, werden bei der TSG Bergedorf zu Bewegungen auf dem Board.

Etwas Neues erleben – dafür eignen sich die Sporttage optimal. Neben Skaten und Scootern sind Tanzen und Basketball geplant. „Wir haben die Angebote niedrigschwellig konzipiert, wer also noch nie auf einem Board stand, kann sich bei uns super ausprobieren“, sagt Tobias Münster. Jeden Mittwoch in den Sommerferien finden die Sporttage statt. Ein kleines Kontingent an Skateboards, Stunt-Scootern und Schutzkleidung kann die TSG Bergedorf bereitstellen.

Mit den rollenden Brettern hat es Frank Wippermann nicht so, er bevorzugt zur Fortbewegung die eigenen Beine. Als leidenschaftlicher Bergsteiger hat er zu Fuß schon einige Gipfel erklommen. 3.000 Meter, 4.000 Meter, 5.000 Meter – alles kein Problem für ihn. Nun ist Hamburg – Wahlheimat des gebürtigen Osnabrückers – bekanntlich eher flach. Schroffe und schneebedeckte Gipfel suchen Bergsteiger hier vergebens. Doch das hält Frank Wippermann nicht auf: Er hat einen Bergführer für die Hansestadt geschrieben, mit 80 Touren auf die schönsten und skurrilsten Berge Hamburgs.

Wer Neues entdecken möchte, ist mit dem Buch gut beraten. So wild wie das Leben auf der Skateanlage sind die meisten Touren zwar nicht, dafür führen viele davon durch Ecken von Hamburg, die selbst hanseatischen Urgesteinen unbekannt sind. „Der Geesthang in Bergedorf hat mich vollkommen überrascht, der Ausblick von dort ist wirklich beeindruckend“, erklärt Frank Wippermann.

Wer nun aber Steigeisen und Kletterseil für seine Tour bereitlegen möchte, sollte zunächst einen genaueren Blick in das Buch werfen. Die höchste Erhebung Hamburgs – der Hasselbrack in den Harburger Bergen – ist gerade einmal 116,2 Meter hoch. Ganz ernst zu nehmen sind die Touren also nicht, Steigeisen und Kletterseil können getrost zu Hause bleiben. „Das Buch ist mit dem notwendigen zwinkernden Auge zu verstehen“, sagt Frank Wippermann.

Es ist vielmehr dafür gedacht, die Stadt aus neuen Blickwinkeln kennenzulernen – sei es beim Wandern im Alstertal oder vom Gipfel des Hummelsbüttler Müllbergs. Und eine Tour über den Hamburger Berg auf St. Pauli ist auch dabei – die Tour mit der wohl größten Absturzgefahr in der Hansestadt.

Gerd Horn vom Kinderbauernhof in Kirchdorf hat eher mit Futterbergen zu tun, die bezwungen und unter den Tieren verteilt werden müssen. Heu für die Ponys, Möhren für die Kaninchen und Grünzeug für die Meerschweinchen: Langweilig wird ihm auf dem Hof gewiss nicht. Der Kinderbauernhof ist – wie sein Name bereits verrät – besonders für junge Gäste gedacht. Er ist ebenfalls einer dieser Orte, an denen sich diesen Sommer etwas Neues entdecken lässt.

Vor allem für Kinder aus der Stadt, die nur wenige Berührungspunkte zu Tieren haben, kann das Angebot eine Bereicherung sein. Die Tiere sind an Menschen gewöhnt: Die Ziegen lassen sich gerne füttern, die Kaninchen problemlos streicheln und die Hühner laufen ohne Hemmungen zwischen den Beinen der Besucherinnen und Besucher umher. So hautnah erleben Stadtkinder einen Bauernhof selten.

„Wir haben viele Ehrenamtliche, die den Hof am Laufen halten“, erzählt Gerd Horn. Ein Besuch auf dem Kinderbauernhof ist kostenlos, das Projekt finanziert sich hauptsächlich durch Spenden und zusätzliche Angebote für Kindergeburtstage. Neben der Versorgung der Tiere muss das Team auch das Gelände in Schuss halten. Denn zu den Gehegen gesellen sich noch Spielgeräte für die Kinder. Austoben ist also kein Problem – der Sommer in Hamburg kann kommen. Und er wird wild.

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