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Neustart ins Arbeitsleben

Foto: Hanna Karstens
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Ausgabe 6 / 2020 Ausgabe als PDF speichern

Sie sorgen für Sauberkeit, nehmen Paketlieferungen für Nachbarn an und wenn eine Kleinigkeit repariert werden muss, sind sie schnell zur Stelle. Mehr als 180 Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer arbeiten in den Logen der CHANCE. Was für die Mieter ein willkommener Service ist, bedeutet für die Beschäftigten eine neue berufliche Perspektive.

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Neustart ins Arbeitsleben

Sie sorgen für Sauberkeit, nehmen Paketlieferungen für Nachbarn an und wenn eine Kleinigkeit repariert werden muss, sind sie schnell zur Stelle. Mehr als 180 Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer arbeiten in den Logen der CHANCE. Was für die Mieter ein willkommener Service ist, bedeutet für die Beschäftigten eine neue berufliche Perspektive.

Der Arbeitstag von Julia Meyer beginnt früh morgens um 7 Uhr in der Loge an der Bernhard-Nocht-Straße auf St. Pauli. Zu tun gibt es in dem Hochhaus immer etwas. „Normalerweise startet mein Tag mit einem kleinen Rundgang. Ich schaue nach, ob alles in Ordnung ist“, erklärt die 54-Jährige. Zu ihren Aufgaben gehört es, abgelegten Sperrmüll einzusammeln oder defekte Leuchtmittel zu tauschen. „Ich nehme auch Pakete für die Bewohner an, wenn sie tagsüber bei der Arbeit sind. Die können sie sich dann direkt bei mir abholen und sind begeistert.“

EINE NEUE PERSPEKTIVE

Die CHANCE ist eine Tochtergesellschaft der SAGA Unternehmensgruppe und wurde 1999 gegründet. Die Einrichtung von Logen in den Hauseingängen sollte Nachbarschaften stabilisieren, für mehr Sauberkeit sorgen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Mieterinnen und Mieter steigern. Mit Erfolg: 74 Logen betreibt die CHANCE mittlerweile für die SAGA und mehrere Genossenschaften. Die Beschäftigungsverhältnisse der Hausbetreuer werden gefördert vom Bundesprogramm „Teilhabechancen“, das das Jobcenter team.arbeit. hamburg begleitet. Dadurch wird es langzeitarbeitslosen Menschen ermöglicht, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Katrin Juhnke, Geschäftsführerin der CHANCE, erklärt die Idee dahinter: „Jeder unserer Mitarbeiter hat eine individuelle Geschichte, sein Erwerbsleben betreffend. Alle kommen aus einer längeren Zeit der Arbeitslosigkeit. Wir schulen und qualifizieren die Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer und begleiten sie eng auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben. Neben den finanziellen Aspekten ist es auch für die Persönlichkeit der Menschen wichtig, wieder etwas zu tun zu haben und gebraucht zu werden. Dadurch erfahren die Kollegen soziale und gesellschaftliche Teilhabe.“

NEUE HAUSBETREUER-LOGEN ERÖFFNEN

Das Konzept hat sich bewährt. Viele der Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer sehen in ihrer Arbeit bei der CHANCE eine neue Perspektive. So auch Julia Meyer: „Die Arbeit macht mir viel Spaß und ich bin stolz darauf, mein eigenes Geld zu verdienen.“ Die meisten Logen bieten neben einem Arbeitsplatz für die Mitarbeiter auch einen Mieter-Treff an. Hier können sich die Bewohner auf einen kleinen Klönschnack mit den Hausbetreuern treffen. Das sorgt für gute Nachbarschaften. Und die CHANCE wächst: Auch in Mümmelmannsberg und am Mittleren Landweg, wo die SAGA ein neues Quartier entwickelt, haben jetzt zwei neue Logen eröffnet. Für die Mieter dort ein Gewinn – und für die Mitarbeiter eine neue Chance.

Text: Gunnar Gläser | Foto: Hanna Karstens  

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