Persönlich

Ein Kind des Quartiers

An gemeinsame Grillfeste mit den Nachbarn kann Alexandra Quast sich heute noch gut erinnern. Alle kommen draußen zusammen, stellen Tische und Bänke auf, jemand organisiert einen Grill. Die Kinder spielen, die Erwachsenen sitzen zusammen, unterhalten sich – „das war einfach toll“, erzählt sie über ihre Kindheit in Neuallermöhe.

Wenn sie über ihr Zuhause spricht, kommt Alexandra Quast aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Bereits seit 1991 lebt sie dort. Damals war sie drei Jahre alt und ihre Eltern zogen mit ihr von Altona in das gerade erst entstandene Quartier, in eine SAGA-Wohnung mit Terrasse und Wohnküche. In dieser Wohnung lebt sie immer noch, inzwischen mit ihrem Freund. „Ich habe einen engen Bezug zu der Wohnung, sie ist mir sehr wichtig.“ Die junge Frau ist in Neuallermöhe verwurzelt. Sie schätzt die Natur, das viele Grün – und die schnelle Anbindung an die Innenstadt. Besonders wichtig ist ihr immer noch die gute Nachbarschaft: „Wir sind füreinander da und achten aufeinander. Das ist heutzutage, glaube ich, nicht mehr unbedingt üblich, und ich möchte das nicht missen.“ Sie und ihr Freund gehören zu den jüngeren Mietern im Haus. Wenn sie auf ihrer Terrasse die Blumen gießt, macht sie das für die Nachbarn gleich mit. Das ist für sie selbstverständlich.

Die SAGA-Mieterin ist in Neuallermöhe nicht nur zu Hause, sie arbeitet dort auch. Seit 2012 ist sie bei der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung im Bereich Soziale Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung in unterschiedlichen Quartieren tätig. Vom Stadtteilbüro aus überblickt sie das Zentrum von Neuallermöhe, den Fleetplatz. Das Büro ist die Anlaufstelle für Anwohner, die Vorschläge einbringen und sich engagieren möchten. „Jede Idee ist erst einmal toll“, erklärt sie. Wenn es an die Umsetzung geht, kommen sie und ihre Kollegen ins Spiel. Zu den Projekten gehören außerdem die Stadtteilzeitung und verschiedene Arbeitsgruppen. Besonders wichtig sind ihr die Spielplatzsanierungen, bei denen die Kinder selbst kreativ werden, zum Beispiel bei der Rakete auf dem neu gestalteten Mondspielplatz. Die strahlenden Kinderaugen freuen sie, wie auch die Leidenschaft, mit der die Menschen sich in ihren Quartieren engagieren.

Die Hamburgerin beschreibt sich selbst als heimatverbunden. Sie interessierte sich schon immer dafür, wie ihre Stadt sich entwickelt. Diese Leidenschaft brachte sie an die HafenCity Universität, an der sie Stadtplanung studierte. Bei der Lawaetz-Stiftung hat sie nun ihren Traumjob, vor allem wegen der engen Zusammenarbeit mit den Menschen in den Quartieren und den Kollegen. Was sie in Neuallermöhe noch umsetzen möchte? „So viel“, sagt sie voller Begeisterung. Sie ist spürbar mit Herzblut dabei.

„Manchmal hat man einfach Glück, wo man landet“, resümiert Alexandra Quast. Sie möchte auch weiterhin in Neuallermöhe wohnen bleiben – und bald auch wieder Grillfeste mit ihren Nachbarn organisieren. Damit die Kinder von heute später genauso schöne Erinnerungen haben wie sie.

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