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eine starke Frau, ihre Geschichte und ein Buch

Bunt ist es in Katja Renferts Wohnung. Seit 20 Jahren wohnt die SAGA-Mieterin hier, mitten im Grindelviertel.

Ihr Schaffensdrang ist unübersehbar. An den Wänden hängen unter anderem Collagen und großformatige Fotos. Alles hat einen Bezug zu ihrem Leben. Jedes Bild verbindet sie mit einem Ereignis, einem Abschnitt ihres Lebens. Aus Illustrierten ihrer Nachbarin ist eine Collage entstanden, die seit einer besonders anstrengenden Zeit in ihrem Leben zum „Loslassen“ aufruft. Ein Stück Holz aus dem Jenischpark „wollte unbedingt mit“ und ergänzt nun ein Wolkenfoto.

Bunt ist es auch in ihrem Leben. Die 70-Jährige war aktiv im „PianaPforte“, einem Frauennetzwerk für Kunst und Kultur, engagiert sich bei den Kulturlotsen und schreibt als Bürgerreporterin für das Elbe Wochenblatt. Es gibt kaum etwas, für das sich die aus Dithmarschen stammende Frau nicht interessiert. „Offen für alles“ sei sie und so gibt es fast nichts, was Katja Renfert noch nicht ausprobiert hat. Sie malt, schreibt, fotografiert, dichtet, spielt Instrumente wie Ukulele und Mundharmonika, fuhr Motorroller. 2009 dann der Einschnitt. Ein schwerer Verkehrsunfall, ein langer Krankenhausaufenthalt. Aus der Bahn geworfen hat es sie nicht. „Es war, als wäre bei dem Unfall der ganze Kalk aus dem Gehirn gesprungen“, sagt sie heute, knapp zehn Jahre danach. Wenn man bedenkt, dass diese agile Frau gerade ihren 70. Geburtstag gefeiert hat, mag man es fast glauben.

Ihr Aszendent ist Löwe oder die Löwin, wie sie es sagt. Das Tier habe Katja Renfert mit jeder Menge Willensstärke ausgestattet. Die hat im vergangenen Jahr dazu geführt, dass sie ein Buch herausgebracht hat. „Legendäre Frauen in Hamburg: Kunst im öffentlichen Raum“ ist der Titel. Es handelt von weiblichen Skulpturen in Hamburg. Warum? „Frauen werden benachteiligt, in der Kunst und im Leben.“ So entstand die Idee, für die sie bereits seit den 1990er Jahren recherchiert. Das Buch entstand im Selbstverlag. Ein Bekannter half ihr bei der Erstellung. „Das Buch war wie eine Therapie. Was dabei für mich an innerlichem Wachstum entstanden ist, ist unbezahlbar.“ Dieses Projekt zum Abschluss geführt zu haben, macht Katja Renfert sichtlich stolz. Unterdessen ist das nächste schon in Arbeit. Wieder sind weibliche Skulpturen das Thema. Website: www.renfert.net

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