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Der steinige Weg zum Neubau

Eine kleine Seitenstraße, wenig Verkehr und ruhig und zentral gelegen zwischen Holstenstraße und Reeperbahn. Kräne drehen sich, Baumaterialien lagern auf Paletten und Handwerker arbeiten an der Fassade. Ende des Jahres können hier neue Mieterinnen und Mieter in 44 Neubauwohnungen einziehen. Es läuft rund in der Saßstraße in Altona-Altstadt. Doch so war es nicht immer. Als die SAGA entschied, das Grundstück zu bebauen, stand dort noch ein alter Hochbunker zwischen den Bestandsgebäuden und einer Grundschule. Ziel war eine behutsame Nachverdichtung, um neue und bezahlbare Wohnungen genau dort zu bauen, wo die Nachfrage am höchsten ist. Doch dazu musste der Bunker weichen. Und hier begannen die Herausforderungen.

Nach Bekanntwerden der Pläne, den Bunker abzureißen, kamen Fragen auf. Nicht nur bei den Nachbarn, sondern insbesondere bei Elternvertretern der benachbarten Grundschule. Ist ein Bunkerabriss nicht unglaublich laut? Verursacht das nicht sehr viel Dreck, Staub und Schutt? Und wie sollten die Kinder in der Schule bei dem Lärm noch ungestört lernen? Berechtigte Fragen. Schnell formierte sich Kritik gegen das Bauvorhaben. Viele Gespräche mit Expertinnen und Experten, Diskussionen, Gutachten und Informationsabende folgten. Der Baubeginn verzögerte sich um Jahre.

Einsatz modernster Technik

Durch eine transparente Kommunikation und den Einsatz neuer Technologien konnte letztendlich der Abriss des Bunkers starten. Ein darauf spezialisiertes Unternehmen stellte Staub und Schallschutzelemente auf. Neuartige Quellmittel, die in Bohrlöcher in den dicken Bunkerwänden gespritzt werden, dann aufquellen und den Beton dadurch fast geräuschlos brechen, ließen den Rückbau behutsam ablaufen.

Sichtlich erleichtert blicken Anja Ehlers, Leiterin der Geschäftsstelle Altona, und Stephan Jabben, Projektverantwortlicher bei der SAGA, heute auf den Rohbau. „Die Bauarbeiten sind jetzt voll im Plan, und es gab im Verlauf keine weiteren Beschwerden oder Kritik seitens der Nachbarn mehr“, sagt Stephan Jabben. „Die langwierigen und oft hitzig diskutierten Planungen zahlen sich nun aus, und schon Ende des Jahres können sich die neuen Mieterinnen und Mieter in dieser zentralen Lage über den Einzug freuen“, ergänzt Anja Ehlers.

Jedem Bauvorhaben gehen zahlreiche Planungen, Abstimmungen und Genehmigungsverfahren voraus. Nicht immer funktioniert der Ablauf von der ersten Idee bis hin zum fertigen Haus ideal. „Während die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen in Hamburg anhaltend hoch ist, wird es zunehmend schwieriger, geeignete Flächen für den Bau zu finden. Hinzu kommen oft Bedenken oder Kritik von Anwohnerinnen und Anwohnern, hohe Anforderungen an die Architektur, Einwände gegen die Gebäudehöhe oder auch Forderungen nach neuen Stellplätzen und dem Erhalt von Bestandsbäumen“, weiß Sophie Goldmann, Leiterin der Projektentwicklung bei der SAGA. „Unser Ziel ist dabei immer, bezahlbaren Wohnraum für Menschen zu schaffen, die sich die sonst oft hohen Neubaumieten insbesondere in der Innenstadt nicht leisten können. Doch wenn in einer Nachbarschaft gebaut werden soll, gibt es schnell Kritik.“

Ein solches Bauvorhaben wächst gerade mitten im beliebten Eimsbüttel in die Höhe. 27 öffentlich geförderte Wohnungen für Singles, Paare und Familien entstehen hier in zwei Mehrfamilienhäusern. Ursprünglich waren mehr Wohnungen und drei Gebäude geplant. Doch auch hier begegnete dem Neubauvorhaben Kritik, sodass am Ende ein Kompromiss gefunden werden musste. Alter Baumbestand und vorhandene Grünflächen können jetzt erhalten werden, und Ende des Jahres ziehen auch hier neue Mieterinnen und Mieter in die fertiggestellten Wohnungen ein.

Komplexe Umzugsketten

Der Neubau von Wohnungen wird zunehmend schwierig, obwohl gleichzeitig viele Menschen eine günstige Wohnung suchen. Doch auch auf bereits bebauten Flächen ist es möglich, zusätzlichen und vor allem zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen. In der Denickestraße in Harburg beispielsweise. Dort revitalisierte die SAGA ein Quartier, indem die rund 170 älteren Wohnungen aus den 1930er-Jahren abgerissen und insgesamt 309 öffentlich geförderte Wohnungen an gleicher Stelle gebaut wurden. Die Mieterinnen und Mieter erhielten für die Zeit der Baumaßnahme für sie passende Ausweichwohnungen und konnten anschließend in den Neubau ziehen.

Diese komplexen Umzugsketten machen ein solches Vorhaben zu einer Mammutaufgabe – die sich lohnt. Die Anzahl der Wohnungen erhöhte sich deutlich und zusätzlich entstanden moderne, barrierefreie Angebote, die auch für größere Familien oder Menschen mit Behinderungen passend sind. Und das ohne zusätzliche Freiflächen zu bebauen.

Text: Gunnar Gläser | Fotos: Andreas Bock

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