#neugebaut Quartier

Wie ein neues Quartier für alle entsteht

Wie im Winterschlaf ruht das Freibad Aschberg zwischen Kleingartensiedlungen in Hamm-Süd in diesen Tagen. Direkt nebenan fließen die Bille und der Rückerskanal. Wetterbedingt ist das Freibad rund neun Monate im Jahr geschlossen, bevor es zur Sommersaison wieder seine Tore öffnet. Auf der anderen Seite des Kanals liegen in die Jahre gekommene Sportplätze des 1. SC Hamm. Ein großes Areal in direkter Wasserlage, das zum Teil nur wenige Monate im Jahr genutzt werden kann.

Schon bald werden hier mehr als 2.000 Menschen wohnen, die Ufer der Kanäle leicht zugänglich sein, Kinder auf neuen Spielplätzen toben – ohne dass die Anwohner auf ein Schwimmbad oder Sportplätze verzichten müssen. Und auch die Kleingärtner bleiben. Wie geht das?

Möglich wird das alles durch einen umfangreichen Flächentausch. So werden die Gartenparzellen in die bestehende Kleingartenanlage östlich des Kanals integriert. Auf dem Gelände des bisherigen Sommerfreibads entsteht ein moderner Sportpark mit zwei Bolzplätzen und einem neuen – ganzjährig betriebenem – Quartiersbad mit großer Liegewiese für den Sommer inklusive Wasserspielplatz für die jüngeren Gäste. Dadurch können auf den frei werdenden Flächen mehr als 800 Wohnungen gebaut werden, ohne dass die bisherigen Nutzer verdrängt werden. Ein Musterbeispiel, findet Dr. Thomas Krebs, Vorstand der SAGA Unternehmensgruppe: „Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen ist beispielgebend für ganz Hamburg. Denn hier ist es gelungen, im Quartierskontext eine ‚Win-win-Situation‘ für alle zu schaffen.“

Die SAGA wird bezahlbare Wohnungen für Singles, Paare und Familien bauen und zusätzlich öffentlich geförderte und barrierefreie Wohnungen für Senioren. Auch HAMBURG TEAM plant Mietwohnungen, darunter auch einen Baustein mit günstigen Mieten, und ergänzend dazu Eigentumswohnungen. Zusätzlich wird es drei Kitas, einen Supermarkt und ein Quartiers-Café geben. Auch die Außenanlagen werden so gestaltet, dass erstmals bequeme Zugänge zu den Ufern entstehen. Autos hingegen müssen draußen bleiben. Dafür entstehen zwischen den Gebäuden Wohnstraßen ohne Verkehr, auf denen sich die Bewohner treffen und entspannen können. Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte, ist begeistert: „Dieses Projekt ist ein Beispiel par excellence dafür, wie eine gelungene Stadtentwicklung aussehen kann – gemeinsames Planen und über den eigenen Tellerrand hinausschauen – sodass am Ende für alle ein bestmögliches Ergebnis steht.“

Der Bau der „Osterbrookhöfe“ – so der Name des neuen Quartiers – wird bald beginnen. Schon in diesem Jahr sollen die ersten Bagger rollen.

Weitere Infos unter www.osterbrookhoefe.de

Das könnte Sie auch interessieren

Quartier Service

Rahlstedt summt

Das Imkern in der Stadt ist im Aufwind. Auch in Hamburg. Acht Bienenvölker tummeln sich im SAGA-Quartier zwischen Schwarzenbeker Ring und Rehwinkel. Wir haben sie besucht.