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Baldur Burwitz angelandet - Anfänge des Quartierskünstlers

Weiße Wände, braune Holzbalken, große Fenster, die selbst an grauen Tagen für Helligkeit sorgen. Noch ist es ziemlich karg in Baldur Burwitz‘ neuem Zuhause. Ein Tisch, zwei Stühle, etwas Werkzeug, ein Bett. Vielmehr werde aber auch nicht hinzukommen, „ich brauche nicht viel“, sagt er. Im Atelier im Erdgeschoss steht das Floß, mit dem er sich bildträchtig der Veddel genähert hat.

Im Februar hat Burwitz, der neue Quartierskünstler auf der Veddel, die Schlüssel bekommen, am 21. März 2018 wurde er offiziell von Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Kuratoriumsvorsitzende der SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft, und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Wilfried Wendel in seinem Atelier am Zollhafen begrüßt. Bereits zum sechsten Mal vergibt die Stiftung das Stipendium „Quartierskünstler auf der Veddel“.

Für die nächsten zwei Jahre wird Baldur Burwitz nun auf der Veddel wohnen und wirken. Wie, das ist ihm selbst noch nicht ganz klar. Aber das ist Teil des Plans, denn abgesehen von einem groben Konzept, soll das Werk vor allem in Zusammenarbeit mit Bewohnern und Stadtteilakteuren entstehen, sagt der Ideenkünstler. Ergebnisoffen. „Das ist eine Auseinandersetzung, die man sonst in der Kunst nicht oft hat, ein sozialer Prozess“, sagt der 46-Jährige. Für ihn zählen die Zwischenschritte, vielleicht noch mehr als das Produkt. Das mache den Reiz dieser Arbeit und des Stipendiums aus. Gleichzeitig bekomme man „in schlechten Momenten Angst vor der eigenen Courage“, mit der man sich in den Auftrag gestürzt habe.

Die Veddel erlebt der neue Bewohner nicht als „Problemstadtteil“. Überhaupt störe er sich ein wenig an daran, hier zu allererst darauf zu sprechen zu kommen, dass die Bevölkerung divers und im Durchschnitt nicht gerade wohlhabend sei, sagt der Künstler.  „Zunächst einmal ist es ein Stadtteil, wie jeder andere auch. Hier wird wahnsinnig viel gemacht, ich habe noch nie so viele Menschen getroffen, die sich sozial engagieren“.

Das trifft sich gut, denn er setzt auf Zusammenarbeit. Damit er auch Bewohner erreicht, die sich noch nicht in den zahlreichen Stadtteilforen beteiligen, ist das Thema der Wahl Mode. Das Konzept heißt „island of beauty“, aus der Gemeinschaft heraus soll so etwas wie ein für die Veddel repräsentatives Kleidungsstück entstehen. „Mode beschäftigt doch jeden. Und Mode bringt Menschen zusammen, die sonst wenig gemeinsame Nenner haben.“

Wir freuen uns auf die nächsten zwei Jahre mit Baldur Burwitz und werden berichten.

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„Ich bin eine große Träumerin und Verfechterin, was Neuallermöhe betrifft.“ So beschreibt Alexandra Quast ihre Leidenschaft für das Quartier in Hamburgs Osten. Sie lebt und arbeitet dort - voller Begeisterung und mit Herzblut.