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Kunst im Quartier Quartier

Frische Farbe für den Osdorfer Born

Die Messlatte hing hoch, als die beiden Künstler Jakob Bardou und Holger Weißflog von "innerfields" im September mit der Umsetzung ihres Wandbildes starteten. Fast 20 Jahre prägte ein Graffito der "Graffiti Brothers Nulon & Fusion" die Fläche und war den Bewohnerinnen und Bewohnern des Osdorfer Borns ans Herz gewachsen. Entsprechend groß schien die Enttäuschung, als es im vergangenen Jahr notwendigen Modernisierungsarbeiten an der Fassade weichen musste. 

Doch bei der SAGA Unternehmensgruppe stand schnell fest: Die 42 Meter hohe Wand braucht wieder ein Kunstwerk, an dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner erfreuen können, das aus einer anonymen weißen Wand einen Blickfang für das ganze Quartier macht. Unter Beteiligung ihrer Tochtergesellschaft ProQuartier lobte die SAGA einen Urban Art Wettbewerb aus, bei dem die Künstler von "innerfields" mit ihrem Konzept "Dreiklang" die Jury überzeugen konnten.

In enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort

Den Künstlern war besonders wichtig, dass sich das Wandbild nicht von den Bewohnerinnen und Bewohnern abhebt, sondern sie sich damit identifizieren können. Entsprechend arbeiteten sie gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Osdorfer Borns an der Umsetzung. So handelt es sich bei den drei abgebildeten Personen um zwei Anwohnerinnen und einen SAGA-Hauswart aus dem Quartier. "Für uns war es sehr bereichernd, uns auf das Quartier einzulassen. Die Arbeit ist so eng verwoben mit den Menschen und dem Leben dort, dass wir selbst uns ein bisschen wie ein Teil dieses Kosmos fühlen. Es ist ein Geschenk, dass wir dankbar annehmen und weitertragen", erklärt Jakob Bardou.

Das Motiv zeigt die zwei Bewohnerinnen und den Hauswart, wie sie generationsübergreifend ihren Osdorfer Born pflegen und weiterentwickeln. Der Blumenkasten steht dabei sinnbildlich für das Quartier. "Ich verstehe das Wandbild als Reminder für uns alle: Wir tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung des Stadtteils. Es gilt, den sozialen Zusammenhalt im Osdorfer Born auch zukünftig weiter zu stärken. So erinnert uns das Graffito mit einer kleinen, familiären Szene daran, was im Großen wichtig ist", kommentiert Altonas Bezirksamtsleiterin Dr. Stefanie von Berg das Bild. Weiterhin greift das Motiv viele prägende Aspekte des Quartiers auf: sei es das Wasser des Schack-Sees, die bekannte Silhouette der Wohnhochhäuser oder der Wunsch nach einer S-Bahn im Zentrum des Bildes.

Pinsel ersetzte die Spraydose

Anders als beim vorherigen Graffito bediente sich das Künstlerduo nicht der Spraydose, sondern trug die Farbe mit 20 Zentimeter dicken Pinseln auf. Das soll die Haltbarkeit des Wandbildes erhöhen, damit die Menschen im Osdorfer Born auch in 20 Jahren noch Freude an dem Kunstwerk haben. Gut 180 Liter Farbe verwendeten Jakob Bardou und Holger Weißflog für das Bild und bedeckten damit die rund 567 Quadratmeter große Wand. 

Mittlerweile schmückt das Kunstwerk seit einigen Monaten den Osdorfer Born und ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner zu einem festen Bestandteil ihres Quartiers geworden. Die Messlatte hing zwar hoch, das Künstlerduo ist den Erwartungen der Bewohnerinnen und Bewohner aber eindrucksvoll gerecht geworden und hat ihnen einen neuen Ort der Identifikation geschenkt. 

Text: Marcel Nobis | Fotos: Andreas Bock und Perspektive Media

 

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