Ein fabelhaftes Quartier

Foto: A. Bock
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Ausgabe 1 / 2016 Ausgabe als PDF speichern

Im Wohngebiet Birckholtzweg hat sich in den letzten Jahren viel getan. In enger Zusammenarbeit mit den Anwohnern ist zwischen Farmsen und Berne ein Quartier entstanden, das den Bedürfnissen von Jung und Alt gerecht wird.

Es duftet verlockend nach Kaffee und frischen Brötchen. Viele Teilnehmer sind zum Kennenlernfrühstück in den Nachbarschaftstreff „fabelhaft“ gekommen. Die Gruppe des offenen Elternfrühstücks und der Integrationskurs der Türkischen Gemeinde in Hamburg treffen sich heute zum ersten Mal. Anwohner und neu Hinzugezogene plaudern lebhaft miteinander. Wenn einmal ein deutsches Wort fehlt, dann nehmen sie die Hände und Füße zu Hilfe. Mittendrin steht Giesela Zieciak (73). Die aufgeschlossene Rentnerin ist im Stadtteil sehr engagiert. Sie kümmert sich zum Beispiel um die Schaukästen, verwaltet die öffentlichen Spielzeugkisten auf dem Quartiersplatz und leitet die Boule-Gruppe. „Wir unterstützen uns in der Siedlung gegenseitig und sprechen neue Nachbarn direkt an“, berichtet sie nicht ohne Stolz. In den letzten Jahren zog eine Reihe von neuen Bewohnern hierher: Seit 1993 ist das Quartier Birckholtzweg durch Dachgeschossaufstockungen und Neubauten kontinuierlich gewachsen. Giesela Zieciak lebt seit 48 Jahren hier und hat den Wandel miterlebt: „Die Gegend hat sich in den letzten Jahren baulich und sozial stark verändert. Die Bewohner sind zusammengewachsen.“

EIN FABELHAFTER ORT ZUM ZUSAMMENKOMMEN

Das „fabelhaft“ ist der zentrale Punkt, an dem viele Quartiersbewohner zusammenkommen. Entstanden ist das Haus mit der Unterstützung aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und in Zusammenarbeit mit SAGA GWG und Pro-Quartier. So wurde aus einer ehemaligen Ladenzeile im Birckholtzweg das „fabelhaft“. Trägerin ist die Pestalozzi-Stiftung Hamburg, ohne deren Engagement es den Nachbarschaftstreff nicht geben würde. Nach fünf Jahren ist die RISE-Förderung im Dezember des letzten Jahres ausgelaufen. Zeit für eine Bilanz, die sich sehen lassen kann: Rund 2,4 Mio. Euro sind je zur Hälfte von SAGA GWG und aus dem RISE-Programm in die Quartiersentwicklung geflossen. Dagmar Straßnitzki hat die Maßnahmen als SAGA GWG Geschäftsstellenleiterin in Bramfeld begleitet: „Wir haben das grüne Umfeld des Quartiers komplett überarbeitet. Zahlreiche Kinderspielplätze und die Jugendfreizeitfläche im Schneckenwäldchen sind entstanden. Das Kernstück der Quartiersentwicklung ist für mich jedoch das ‚fabelhaft‘.“ Das Besondere an den Umbauarbeiten ist, dass alle Projekte und Maßnahmen im Quartier mit der intensiven Beteiligung der Bewohner entwickelt und durchgeführt wurden. Ein eigens gegründeter Quartiersbeirat hat diesen Prozess stetig begleitet.

INTENSIVE ANWOHNERBETEILIGUNG

„Beim Spielband am Brückenstieg konnten so beispielsweise genau die Ideen umgesetzt werden, die den direkten Anwohnern am Herzen lagen“, erläutert Dr. Anette Kretzer von ProQuartier. Auch wenn die RISE-Förderung inzwischen ausgelaufen ist, wird sich ProQuartier im Auftrag von SAGA GWG weiterhin für die Quartiersentwicklung im Birckholtzweg einsetzen.

WIE GEHT ES WEITER?

Die Türen des „fabelhaft“ stehen Vereinen, Hobby-Gruppen, Sprachkursen und allen anderen nachbarschaftlichen Aktivitäten offen. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Mieter aus dem Wohngebiet finden würden, die Lust haben, sich in die Gruppen im ‚fabelhaft‘ einzubringen und ihr Umfeld aktiv mit Leben zu füllen“, wünscht sich Dagmar Straßnitzki. Kontakt und weitere Informationen über das „fabelhaft“ unter www.fabelhaft-hh.de

 

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